| Die „APP“ ist ein Parameter, der
beschreibt, mit welcher Leistung ein „Digitalrechner“
Gleitkomma-Additionen und Multiplikationen mit einer Wortlänge von 64
Bit oder mehr ausführen kann. |
| Die „angepasste Spitzenleistung“„APP“
ist eine Masszahl für die Rechnerleistung, angegeben in gewichteten
Teraflops (WT), d. h. in Einheiten von 1012angepassten
Gleitkomma-Operationen pro Sekunde. |
| Abkürzungen in dieser
technischen Anmerkung |
| n Anzahl der Prozessoren im
"Digitalrechner" |
| i Nummer des Prozessors (i,…n)
ti |
| Prozessor-Zykluszeit (ti =
1/Fi) Fi |
| Prozessor-Frequenz |
| Ri
Gleitkomma-Verarbeitungsrate des i-ten Prozessors (Maximalwert) |
| Wi Korrekturfaktor
(Anpassungsfaktor) für die Prozessorarchitektur |
| Übersicht über die
Berechnung der „APP“ |
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1. |
Für jeden Prozessor i im
„Digitalrechner“ ist die höchste erreichbare Anzahl von 64-Bit oder
grösseren Gleitkomma- Operationen FPOi zu bestimmen, die pro
Taktzyklus ausgeführt werden. |
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Anmerkung: |
Zur Bestimmung der FPO werden nur
Gleitkomma-Additionen oder Multiplikationen mit einer Wortlänge von 64
Bit oder grösser berücksichtigt. Alle Gleitkomma-Operationen müssen als
Operationen pro Prozessortakt angegeben werden; Operationen, die mehr
als einen Taktzyklus benötigen, können in Bruchteilen pro Zyklus
angegeben werden. Für Prozessoren, die keine Berechnungen mit
Operandenlängen von 64 Bit oder mehr ausführen können, ist die effektive
Verarbeitungsrate R gleich Null. |
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2. |
Die Gleitkomma-Verarbeitungsrate
Ri = FPOi/ti ist für jeden
Prozessor zu berechnen. |
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3. |
Die “APP” ist wie folgt zu
berechnen: “APP” = W1 × R1 + W2 ×
R2 +…+ Wn × Rn. |
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4. |
Für ’Vektorprozessoren’ ist der
Anpassungsfaktor Wi = 0,9, für Nicht-’Vektorprozessoren’ ist
Wi = 0,3. |
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Anmerkung 1: |
Für Prozessoren, die
zusammengesetzte Operationen in einem Taktzyklus ausführen, wie Addition
und Multiplikation, wird jede Operation gezählt. |
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Anmerkung 2: |
Für einen Prozessor mit einer
Pipeline (pipelined processor) ist als effektive Verarbeitungsrate R der
höhere aus den Werten ohne Pipeline oder mit vollständig gefüllter
Pipeline zu nehmen. |
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Anmerkung 3: |
Die Verarbeitungsrate R jedes
beitragenden Prozessors ist zuerst zu ihrem theoretischen Maximum zu
bestimmen, bevor die "APP" der Kombination ermittelt wird. Es ist von
simultan ausführbaren Rechenoperationen auszugehen, wenn der Hersteller
in seinen Handbüchern oder Datenblättern angibt, dass konkurrierende,
parallele oder simultane Rechenoperationen oder Befehlsausführung
existieren. |
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Anmerkung 4: |
Prozessoren, die beschränkt sind
auf Ein-/Ausgabe- oder periphere Funktionen (z. B. Plattenspeicher,
Kommunikationsprozessoren oder Videoanzeigen), werden nicht in die
Berechnung der "APP" eingeschlossen. |
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Anmerkung 5: |
"APP"-Werte sind nicht zu
berechnen für Prozessorkombinationen, die über lokale
Netzwerkverbindungen, über Weitverkehrs-Netzwerkverbindungen,
Verbindungen über gemeinsame Ein-/Ausgangsleitungen oder Geräte, Ein-
/Ausgangskontroller oder jedwede Art von Kommunikationsverbindung, die
durch "Software" implementiert ist,verbunden sind. |
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Anmerkung 6: |
“APP”-Werte sind zu berechnen für
Prozessorkombinationen, die simultan arbeitende und gemeinsamen Speicher
besitzende Prozessoren enthalten, die besonders entwickelt sind zur
Steigerung der Rechenleistung durch Zusammenschaltung. |
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Technische
Anmerkung: |
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1. |
Alle Prozessoren und Beschleuniger, die
simultan arbeiten und auf demselben Chip angeordnet sind, sind bei der
Berechnung zusammenzufassen. |
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2. |
Prozessorkombinationen verfügen dann
über einen gemeinsamen Speicher, wenn jeder Prozessor auf jeden
Speicherort im System durch Hardware-Übertragung von Cache-Zeilen oder
Speicherworten ohne Beteiligung eines Softwaremechanismus zugreifen
kann, was unter Verwendung der von Unternummer 4A003c erfassten
"elektronischen Baugruppen" erreicht werden kann. |
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Anmerkung 7: |
Ein ‘Vektorprozessor’ ist
definiert als ein Prozessor mit eingebauten Befehlen, die
Mehrfachrechnungen auf Gleitkomma- Vektoren (eindimensionale Felder aus
Zahlen von 64 Bit oder länger) ausführen, der mindestens über 2
Vektor-Funktionseinheiten und mindesten über 8 Vektorregister von
mindestens 64 Elementen verfügt. |
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